Asien

Wandern auf Japanisch – Moritz um die Welt

Von Cornelia Zausinger , 26. August 2016

Wandern in Japan, da wollte ich hier eigentlich etwas über den Fuji schreiben. Unserer Wanderung auf den höchsten Berg Japans – dieser nahezu perfekt geformte Vulkan mit seiner schneebedeckten Spitze, der einem von 80% aller Japan Reiseführer entgegen strahlt. Aber leider versteckt er sich genau an unserem Tag in einer dichten Wolke voller Regen und Unheil… Es donnert, es ist kalt und es ist der denkbar schlechteste Moment jetzt dort hochzukraxeln. Stattdessen finden wir uns einige Wochen später in den japanischen Alpen wieder. Mount Yari, seiner Form wegen auch das „Matterhorn Japans“ getauft, soll also meine erste wirkliche Wanderung in Japan werden.

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Kurz mal vorstellen: Anna, das „WIR“ in meinem Text hier. Freundin, meine Reisebegleitung für Japan und derbe motiviert zu wandern… noch…

Wandern in Japan – Mount Yari

Es ist wie immer: Kläglich uninformiert stehe ich vor der hilfsbereiten Dame in der Touristeninformation. Ausreichend Müsliriegel und Mahlzeiten: Check. Regenjacke und ein wenig Cash für die Hütte: Check. Eine Karte und ein paar GPS-Daten auf dem Handy: Check. Einen Eispickel: EINEN EISPICKEL? Ok, ich fühle mich erwischt. Mit Schnee und Eis habe ich nicht gerechnet. Aber alles wie immer, sage ich mir, denke zurück an meine Wanderung auf den Mt. Washington  im letzten Jahr, verspreche der netten Japanerin nur ein wenig am Fluss entlang zu streunern und starte mit ein paar großen Fragezeichen auf den Wanderweg.

Wandern in Japan - Wanderkarte Mount Yari

Professionelle Wanderkarten sind was für Menschen mit Eispickeln, die kostenlose Touristenwanderkarte wird schon reichen.

Wandern in Japan - Mount Yari

Ist Wandern in Japan wirklich anders? Ich schaue mich um, denke an das frühsommerliche Österreich und auch unsere Wanderkarte verspricht eine Dichte von Hütten, wie ich sie außerhalb Europas so noch nie erleben konnte. Allerdings sind da auch die Japaner, die einfach gnadenlos überequipt auf die Wanderwege pilgern, Schilder, die mir rein gar nichts zum richtigen Weg sagen können und der faire Tausch von Spinatknödel gegen Ramen.

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Die ersten vier Stunden darf man getrost als Spaziergang bezeichnen – der Weg führt breit gebaut durch kleine Wälder und entlang des Flusses.

Wandern in Japan - Mount Yari

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Die Wege werden schmaler und auch die ersten Höhenmeter haben wir zu bewältigen. Die japanischen Reisegruppen, die lediglich vom Hotel den Fluss entlang pilgern, haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und ersparen uns nun auch die unzähligen „Ooohhh“ und „Wow, you’re tall!“ die uns von ihnen entgegenhallten.

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Wandern in Japan - Mount Yari

Es geht los – der erste Schnee liegt uns zu Füßen und vom Mt. Yari ist noch nichts zu sehen.

Bis zur Yarigatake-Sanso Hütte sind es noch circa 5 Stunden, Hälfte geschafft. Doch die „Halbzeit“-Gedanken sind schnell verflogen. Schon eine halbe Stunde später brennen sowohl die Sonne sowie unsere Oberschenkel. Das angekündigte Schneefeld lässt sich allerdings leichter bewältigen als gedacht, wir stapfen mit sicherem Tritt durch den etwas matschig wirkenden Schnee.

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Wandern in Japan - Moritz

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Wandern in Japan - Wegweiser

Verloren gehen unmöglich: Eigentlich ist es schon ziemlich schwer, in Japan vom Weg abzukommen. Selbst wenn man keinen der Wegweiser lesen kann, leiten Markierungen wie diese euch sicher an die Spitze.

Mount Yari - Hütte

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Wer die letzte Hütte passiert hat, ist nur noch 20 Minuten entfernt… 20 Minuten die es allerdings ziemlich in sich haben. Der kalte Wind, der hier oben weht, macht es nicht einfacher und die Finger brennen schon nach wenigen Sekunden auf den kalten Leitern die beim Aufstieg helfen.

Ausblick Mount Yarigatake

Der Ausblick vom Mount Yarigatake

3.180 Meter, ein wundervoller Ausblick und die Erkenntnis, dass ich an meiner Ausdauer arbeiten muss. Die Belohnung liegt nur einige Meter unterhalb der Spitze: Die Nacht verbringen wir heute in der Yarigatake-Sanso Hütte, entspannen bei warmer Miso-Suppe und schlafen auf typischen japanischen Futonbetten, bevor es morgen wieder 8 Stunden zurück ins Tal geht.

 

Moritz und Anna sind insgesamt vier Wochen mit dem Japan Rail Pass durch dieses faszinierende Land gedüst und werden uns hier bald ihre absoluten Highlights verraten. Daher direkt mal unseren Blog abonnieren und keinen neuen Beitrag mehr verpassen.

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