Reiseberichte

Der Klang der Südstaaten

Von Gastblogger , 07. August 2015

Ausgestattet mit einer Kamera sowie luft- und landtauglichen Transportmitteln, haben wir drei bekannte Vlogger nach Amerika geschickt, mit der Mission “Finde dein Amerika”.

Louna Maroun, eine australische Vloggerin, Singer-Songwriterin und großer Fan roter Haare, reiste mit ihrem Partner Daniel Hynes nach Atlanta, Nashville und New Orleans, um sich von den Rhythmen der Südstaaten tragen zu lassen. Hier kommt ihre Geschichte…

Louna Marouns Road Trip Südstaaten

ATLANTA

Von den vielen Schätzen, die der Bundesstaat Georgia zu bieten hat, ist Atlanta der größte und schönste. Hier sollte der Ausgangspunkt unserer Reise sein. Die Stadt ist einerseits stolz auf ihr sorgsam bewahrtes Erbe und feiert andererseits das pulsierende Leben der modernen Zeit.

US_Suedstaaten_Downtown_Nashville_550px

US_Suedstaaten_FoxTheatre_550px

Nirgendwo sonst ist dieser Gegensatz so augenscheinlich wie im Stadtviertel Midtown, wo wir das prächtige Fox Theatre besuchen und durch die belebten Restaurants und Bars streifen. Das Nachtleben der Stadt hat viel Musik zu bieten: aus den Clubs und Bars erklingen Jazz, Hip-Hop und Folk.

Uns zieht es direkt zum Olympia Park, wo auch das World Of Coca-Cola Museum und das Center for Civil and Human Rights angesiedelt sind. An mehreren Orten wird an die Olympischen Spiele erinnert.

Die BeltLine in Atlanta ein echtes Juwel. Im Rahmen eines groß angelegten Stadtentwicklungsprojekts entsteht hier auf stillgelegten Bahntrassen ein 35 Kilometer langes naturnahes Verkehrsnetz. Wir erkunden die malerische Strecke mit dem Rad und machen an den coolsten Orten der Stadt Halt: Krog St. Market, Paris on Ponce, Parish Food & Goods. Die Tour endet im Central Park von Atlanta.

US Südstaaten, Atlanta, Inman park

Vor den Toren der Stadt sind wir beim tollen Inman Park Festival dabei, das mit kulinarischen und künstlerischen Highlights ein wahres Fest für die Sinne ist.

US_Suedstaaten_Louna_Drink_550px

Die spannende Hauptstadt des Pfirsich-Staates Georgia hinterließ bei uns einen süßen Nachgeschmack, der noch lange anhielt.

Unsere Tipps für Atlanta: der Nachbarschaftstreffpunkt Smith’s Olde Bar (1578 Piedmonth Ave NE) ist einer der besten unter den kleinen Veranstaltungsorten in Atlanta. Bei Bier und Chicken Wings wird hier in entspannter Atmosphäre an den meisten Abenden der Woche in drei Sälen Live-Musik geboten.

Wer gerne stundenlang durch Regale voller alter Vinylplatten stöbert und mit großer Leidenschaft das Verschwinden der B-Seite betrauert, fährt am besten nach Five Points. Denn in diesem Hipster-Viertel sind die meisten Plattenläden Atlantas angesiedelt, darunter auch Criminal Records (434 Moreland Ave NE). Der beliebte Treffpunkt hat nicht nur Vinyl-Puristen etwas zu bieten. Hier findet man auch Comics, Filme und CDs…wie jetzt? 😉

NASHVILLE

US_Suedstaaten_Weg-Nashville_550px

Anschließend fahren wir auf dem Freeway durch die grüne Hügellandschaft Tennessees, die für sich schon eine Reise wert ist. Es geht nach Nashville. Zu Recht trägt diese Stadt den Beinamen Music City. In der Music City ist alles grandios. Wildlederfransen – das trägt man hier. Uns ist schon klar, dass die Country-Musik nicht von Taylor Swift erfunden wurde. Und auch wenn wir nicht so genau wissen, was eigentlich ein Honky-Tonk ist, wollen wir für den Rest unseres Lebens in einem versacken.

Wir schauen uns das Johnny Cash Museum, die Country Music Hall of Fame und das legendäre RCA Studio B an und tauchen kopfüber in die musikalische Seele der Stadt ein.

Der Broadway wird auch als das musikalische Hollywood von Nashville bezeichnet, weil es alle Musiker, die etwas werden wollen, dort hinzieht. In den heiligen Hallen des Ryman Auditorium – der Kathedrale der Country-Musik – probieren wir es dann selbst mal mit dem Musikmachen. In dieser Kultstätte dürfen wir eine eigene CD aufnehmen. Danach schauen wir uns an, wie es die Profis im Grand Ole Opry machen. Es ist sensationell!

Als wir mal für einen kurzen Augenblick die Country-Klischees hinter uns lassen, entdecken wir unsere Liebe zu East Nashville – dem angesagtesten Viertel der Music City. East Nashville ist Nashville abseits der Country-Musik. Wenn man durch die Vintage-Läden, an den Imbiss-Wagen vorbei und durch die modisch schmuddeligen Bars zieht, kann man gleichermaßen auf vollbärtige Hipster und auf stoppelbärtige Cowboys treffen.

Unsere Tipps für Nashville: Wem ein Hot Dog (oder Tofu Dog) zur Stärkung reicht, der sollte sich den Food Truck Imbiss I dream of Weenie nicht entgehen lassen.

Bei Fond Object Records (1313 McGavock Pike), dem wohl coolsten Plattenladen dieses Planeten, gibt es neben Platten, Büchern und Vintage-Artikeln einen Streichelzoo mit gestrandeten Tieren. Im Sommer finden hier auch Filmvorführungen und Konzerte lokaler Bands im Hinterhof statt.

Nach den inspirierenden Ausflügen geben wir uns ganz dem Musik-Shopping hin. Schnell noch durch die Gitarrenläden Carter Vintage Guitars und Gruhn Guitars und den berühmten Plattenladen Grimey’s New and Preloved Music stöbern, bevor für uns in Music City das letzte Lied verklingt und es weiter südwärts geht.

US_Suedstaaten_Guitars_550px

NEW ORLEANS

New Orleans empfängt uns schon mit Jazz-Rhythmen. Die ganze Stadt ist voller Straßenkünstler. Teddy von Free Wheelin’ Bike Tours führt uns abseits der ausgetretenen Touristenpfade zu den weniger bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt und empfiehlt uns, das wahre New Orleans zu erkunden.

Dazu gehört ganz sicher auch der Auftritt der New Orleans Jazz National Historical Park Rangers zusammen mit dem virtuosen Pianoman Richard Scott. Hier kann man ein Stück Geschichte erleben. Nach alter Tradition wird Louna als Gastmusikerin zu einem „Sitting-in“ eingeladen.

US Südstaaten, Louna

Und das kulinarische Angebot passt perfekt zu dem unverwechselbaren Rhythmus der Stadt: Gumbo, Jambalaya, Beignets und Café au lait.

Ob mit dem Schaufelraddampfer Natchez auf dem Mississippi, zu Fuß durch die Bourbon Street oder mit dem Rad durch das Französische Viertel, eines wird uns hier deutlich: New Orleans ist keine Stadt wie jede andere, sie hat einen ganz eigenen Pulsschlag.

US Südstaaten, Natchez, New Orleans

Unsere Tipps für New Orleans: ein Besuch auf der Frenchmen Street (Kreuzung Esplanade Ave, 7th Ward)! Ganz klar aus Liebe zum Jazz. Wir sagen es ungern, aber die Frenchmen Street ist heute das, was die Bourbon Street einst war, bevor die Touristen… (schon gut, war nicht so gemeint). Jazz Bar reiht sich an Jazz Bar, Aromen der kreolischen Küche liegen in der Luft, jeden Abend Live-Musik und gelegentlich zieht eine Brass Band durch die Straße. Nirgendwo sonst wird das Lebensgefühl der Südstaaten so deutlich spürbar.

US Südstaaten, Brass Band, Frenchmen Street, New Orleans

Und ihr MÜSST in New Orleans unbedingt einen Po’Boy probieren! Was das ist? Baguettebrot gefüllt mit Salatblättern, Majonäse, gebratenem Shrimps, Rindfleisch oder sonstigen Meeresfrüchten oder Fleischsorten. Die Herkunft ist umstritten. Vermutlich gehen sie auf die Streiks der Straßenbahnfahrer in den 1920er Jahren zurück. Wo es Po’Boys gibt? Überall, wo man sie findet. Aber die Parkway Bakery & Tavern verkauft Po’boys seit 1929, und bisher hat sich noch keiner beschwert. Warum? Weil sie das Geschenk Louisianas an die Welt sind.

Obwohl alle Städte, die wir auf dieser faszinierenden Rundreise besucht haben, auf ihre Weise unverwechselbar sind, gibt es doch etwas, was sie alle eint: die Leidenschaft für Musik und Essen und die berühmte Gastlichkeit der Südstaaten.

Louna & Daniel

Meinen Neid für diese Tour haben die beiden definitiv! Habt ihr auch so richtig Lust auf die US Südstaaten bekommen? Dann schaut doch gleich bei uns vorbei, für spannende Erlebnisreisen, tolle Flugangebote oder günstige Mietwagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.